Messearchitektur

Messearchitektur definiert sich als Baukunst, als wissenschaftliche Disziplin, auch Konstruktion und Struktur eines Baus. Ferner bedeutet Architektur die Gesamtheit der Erzeugnisse der Baukunst, sowie den Baustil. In der Messearchitektur liegt ein Schwerpunkt im Bereich der Innenarchitektur. Messearchitektur beinhaltet nach unserem Verständnis drei Leistungsstufen. Die erste Leistungsstufe beinhaltet die Idee, Entwurf und Budgetierung danach folgt die Planung und die Erstellung des Leistungsverzeichnisses bzw. einer Ausschreibung mit detailliertem Material- und Serviceleistungskatalog als Garant für die Kostensicherheit des Projektes. Die dritte Leistungsstufe der Messearchitektur ist die Umsetzung des Projektes. Diese enthält die Produktion in eigenen Werkstätten und spezialisierten Partnerbetrieben, den Einsatz von Systembauteilen, Beleuchtung und Technik sowie Messebauelemente und Möbel aus eigenem Mietpool. Die Kontrolle erfolgt durch den Architekten, bzw. Projektleiter auf der Baustelle oder in der Produktionsstätte.

Der Stand bestärkt primär die Marketing- und Kommunikationsstrategie des Ausstellers, er erfüllt gleichzeitig eine große Anzahl von Funktionen, die im Standkonzept berücksichtigt werden müssen. Die Messearchitektur ist abhängig von der Priorität beim Marketing-Mix (z.B. Kommunikation, Verkauf) sowie den Beteiligungszielen. Optimierung von verbaler und visueller Kommunikation zur Schaffung einer angenehmen Atmosphäre am Stand sind essenziell. Die Architektur des Standes sollte neben Homogenität, Funktionalität und Qualität auch in der technischen Realisierung dem Anspruch der Exponate entsprechen. Basis für gute Messearchitektur ist das Corporate Design, also das firmentypische Erscheinungsbild des Ausstellers. Je nach Veranstaltungstyp können dann die verschiedenen Gestaltungsmittel auf die Messeziele sowie die Zielgruppe abgestimmt werden. Für die Besucher der Messe sind lediglich die Ausstellungs- und Besprechungsfläche des Messestandes wahrnehmbar, daher fokussiert sich das Konzept der Architektur vor allem auf diese zwei Bereiche.

Damit sich der Besucher orientieren kann, muss die Messearchitektur ein wohl durchdachtes Ordnungsschema anbieten. Exponatgruppen und Produktbereiche sollten sofort erkennbar sein. Deutliche Aussagen stellen das verbale und das visuelle Informationsangebot einer bestmöglichen Übertragung zum Besucher der Messe her. Die Präsentation von Exponaten, Produkten und Services ermöglichen visuelle Kommunikation.

Besonders wichtig für eine gute Messearchitektur sind Standausstattung, Raumarchitektur, Beleuchtung, Farbgestaltung und Bodenbelag. Auch Deckengestaltung, Bauform und –weise, sowie technische Aufbauten sind von großer Wichtigkeit. Blenden, Verkleidungen und eine ansprechende Typografie (Schriftgestaltung) sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen. Die Raumaufteilung unterteilt sich in die horizontale und die vertikale Ebene. Während die horizontale Ebene die Nutzungsfläche darstellt, gliedert sich der vertikale Bereich wiederum in drei Ebenen: Die Tisch- oder Podestebene, die Schriftebene, sowie die Bezeichnungsebene.

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